aaron
Ich bin in manchen Beiträgen immer wieder über die Funktionen des Nitromethans und Überlegungen zur Spritkühlung gestoßen ... die nicht immer ganz kohärent sind.
Im Anhang habe ich ein kleines Statement dazu verfasst, für alle die es interessiert, was genau bei der Verbrennung abläuft. (Ist leider stark technik-lastig geworden, aber ich hoffe, es ist immer noch gut verständlich!)
Im Anhang habe ich ein kleines Statement dazu verfasst, für alle die es interessiert, was genau bei der Verbrennung abläuft. (Ist leider stark technik-lastig geworden, aber ich hoffe, es ist immer noch gut verständlich!)
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Zur Kühlung: Methanol verbrennt ("saubere" Verbrennung vorausgesetzt!) 2CH3OH + 3O2 -> 2CO2 + 4H2O also 2 Teile Methanol brauchen 3 Teile Sauerstoff aus der Ansaugluft. Nitromethan dagegen verbrennt 4CH3NO2 + 3O2 -> 4CO2 + 6H2O + 2N2 auf dieselben 3 Teile Sauerstoff kommen 4 Teile Nitromethan, es benötigt also nur halb so viel Sauerstoff zum Verbrennen. In der Praxis bedeutet das, dass man einen Motor, der mit Hochprozentigem betrieben wird, auch "fetter" stellen kann (die angesaugte Luft ist ja pro Hub immer konstant, aber die tatsächlich benötigte Luft sinkt) Gleichzeitig besitzt Nitromethan mit ~ 0,6 MJ/kg eine etwa doppelt so große Verdampfungswärme wie Methanol mit ~ 0,3 MJ/kg Der Kühleffekt durch die Erhöhung des Nitromethangehalts stützt sich also auf zwei Faktoren: - Erhöhung der Durchflussmenge des Gemischs - Erhöhung der Verdampfungsenergie des Gemischs Zur Leistungssteigerung: Methanol bringt ~ 19 MJ/kg an Energie Nitromethan etwa ~ 11 MJ/kg an Energie Nachdem für den selben Luftsauerstoff doppelt so viel Nitromethan wie Methanol verbrannt werden kann, beträgt der Energiezuwachs etwa 3 MJ/kg (22MJ/kg gesamt) Die 3 MJ/kg machen energietheoretisch also magere 15% Mehrleistung aus, würde man einen Motor einerseits mit 0% Nitro, andererseits mit 100% Nitro fahren. In der Praxis kommt aber dazu, dass Nitromethan durch seine größere Explosionsfähigkeit (6-60 Vol% in Luft glaube ich) das Gemisch weitaus zündfreudiger macht, was einer Leistungssteigerung deutlich über dem theoretischen Prozentsatz entspricht, da eine schnellere und effizientere (aber sicher nicht vollständige) Verbrennung erfolgen kann. Kurzum: das Nitromethan unterstützt unsere ineffizienten Vergaser bei der Bildung eines zündfreudigen Gemisches was. m.M. den Löwenanteil an der Mehrleistung ausmacht. (nebst anderen angenehmen Nebeneffekten wie besseres Laufverhalten und Einstellbarkeit) Dazu noch folgendes Statement: ---- Durch den höheren Energiemsatz ist der Kühlvorteil kleiner als der Hitzenachteil. ---- ... trifft umso mehr zu, je schlechter die Gemischbildung im Motor ist (also je größer die Mehrleistung durchs Nitromethan) Bei einer von Haus aus "guten" Verbrennung wäre die Kühlwirkung doppelt so groß, der Leistungszuwachs aber nur etwa 15% ergo würde der Motor trotz höherer Leistung viel kühler laufen. Was hat das alles mit der Kompression zu tun? ... nachdem bei fetterer Gemischeinstellung mehr Sprit in den Motor gelangt, dessen Brennraumvolumen aber konstant bleibt, steigt natürlich der Kompressionsdruck ("Flüssigkeiten lassen sich nicht komprimieren") Dem kann man entgegen wirken, in dem der Brennaumdeckel aufgebockt wird. Das Kompressionsvolumen wird also vergrößert, wenn der Motor mit höherem Nitromethananteil betrieben wird, als er ausgelegt wurde. |