Funktionsweise XRAY Active Diff

J.S.L.
Seit dem ich das erste Mal was vom XRAY active diff gelesen habe, habe ich versucht 'rauszufinden wie genau es funktioniert.
Leider habe ich selber noch keines, deswegen muss ich mich mit Bildern begnügen.
Ich denke, ich hab's inzwischen soweit kapiert und versuche hier mal zu beschreiben, wie ich denke das es funktioniert. Vielleicht ist's dem einen oder anderen eine Hilfe oder Anregung es selbst auszuprobieren (sobald das Wetter wieder eines ist).
Wer selber eines im Einsatz hat (oder es sonstwegen kennt): bitte ergänzen oder korrigieren, was ich schlecht oder falsch beschrieben habe.

Wenn man sich eines der speziellen Teile ansieht, die im active diff sind, dann fällt auf, daß die Aussparungen, in denen die X-Achsen der Kegelräder sitzen liegen, nicht rund sind, sondern V-förmig sind (Bild 1).

Das bedeutet, daß die X-Achsen nicht passgenau darin liegen, sondern sich in diesen Aussparungen leicht verschieben können.
Wenn nun eine Kraftübertragung vom Motor oder Bremse zu den Rädern (also vom Differentialgehäuse zu den inneren vier Kegelrädern) erfolgt, dann passiert folgendes:
Die X-Achsen und die oben erwähnten Teile verdrehen sich gegeneinander, und durch die V-Form der Achsaufnahmen werden diese Teile auseinander gedrückt.
Sieht man sich die Explosionszeichnung (Bild 2) an, dann erkennt man, daß diese Teile jeweils gegen einen der außen liegenden Konen gedrückt werden.

Diese Konen sind wiederum über die Stifte starr mit den äußeren Kegelrädern verbunden (Bild 3), so daß insgesamt ein Kraftschluss zwischen den beiden Rädern entsteht.

Dieser Kraftschluss, also die Sperrwirkung, ist abhängig vom Drehmoment, das vom Gehäuse zu den Rädern übertragen wird.
Je mehr man beschleunigt (oder bremst), desto schwerer können sich die Räder gegeneinander verdrehen.
Wenn das Auto aber eher rollt, z.B. beim Ansteuern einer Kurve, dann ist das Diff offen (je nach verwendetem Diff-Öl) und die Lenkbarkeit entsprechend besser.

Das letzte Bild habe ich mit hoffentlich freundlicher Genehmigung von Nico Schumann aus seinem Thread geschnappt. Danke an der Stelle für die Bilder, die waren sehr aufschlussreich!
M3Michi
Gut erklärt. Von der Konstruktion wie ein Lamellensperrdifferenziale , nur statt der Lammellen werden Reibkonusse verwendet. Die "Teile" nennt mann Druckringe , über den Winkel des "V" läßt sich der Sperrwert einstellen. Für Schub, Motor treibt die Räder, und Zug, Räder treiben den Motor, können unterschiedliche Sperrwerte eingestellt werden. Im Bild 'B' oder hier.

Supercooles Diff, sowas hätte ich gern für meinen 1:6 in haltbar.
Auf den Bildern nicht richtig zu erkennen aber es hatt wohl keine Vorspannung, das würd noch fehlen.

Hier noch eine sehr gute deutsche Seite zum Thema Sperrdiffs.
nordsich2112
Hi Leute,

ich habe dieses Active Diff im Einsatz...
Das ganz ist schon sehr gut von J.S.L. erklärt nur denke ich das die Sperrwirkung durch die unterschiedlichen Drehzahlen der Räder verstärkt wird und nicht durch die Kraft vom Motor bzw. Deim Bremsen...
Vieleicht so bei einer Rechts Kurve :

linke Vorderrad ist stark belastet und kann dadurch die Kraft auf dem Boden übertragen...das innere Rad wird entlastet und nun kann dieses durchdrehen...jedoch verdreht sich die rechte X-Achse und wandert nach aussen / rechts und drückt gegen den Konus des äusseren Kegelrades dieses führt dazu das die Kraft nicht mehr durch das entlasstet / linke Rad "entweichen" kann sondern über die Konusreibung ebenfalls bzw. beim rechten / belasteten Rad bleibt.

Verständlich ? Suspect2

Gurss Andree
J.S.L.
quote:
Original von nordsich2112 (...) das die Sperrwirkung durch die unterschiedlichen Drehzahlen der Räder verstärkt wird und nicht durch die Kraft vom Motor bzw. Deim Bremsen...

Wenn man nur die Funktion der mechanischen Sperrung betrachtet (um die geht es hier ja, das Öl haben die normalen ja auch drinne), dann stimmt das nicht. Um die mechanische Sperrwirkung zu aktivieren braucht es zwingend ein am Diffgehäuse anliegendes Drehmoment.
Das Öl hingegen arbeitet drehzahlabhängig, also nur, wenn die Räder sich relativ zueinander drehen und ohne, daß ein Drehmoment am Diffgehäuse anliegen muss.

Da dieses Diff aber wie die normalen mit Silikonöl gefüllt werden kann (gehört wohl auch so), ist es dann sogar eine Kombination aus Lamellensperrdifferenzial und Visco-Kupplung.
Das heisst, es arbeitet drehmoment- und drehzahlabhängig. Und man kann beide Sperrwirkungen durch verschiedene Druckringe und Öle unabhänging voneinander einstellen.
Cooles Teil!
Renner
Hallo,

macht es Sinn das Diff auf beiden Achsen zu fahren, oder sollte man es nur vorne einbauen, bzw. bringt es eigentlich was auf beiden Achsen ?

Gruß

K.K.
J.S.L.
XRAY / Hudy selbst meinen, daß es nur vorne etwas bringt. Hinten eher kontraproduktiv und in der Mitte macht's keinen Unterschied.
Hab' ich irgendwo im XRAY Forum gelesen.
Renner
Alles klar, Danke

fährst Du das Diff denn Standard ? D.h. mit dem 43er Rad und 90° Teilenoder macht es Sinn sich die optionalen Teile auch zuzulegen?

Kai
nordsich2112
Hi Kai,

ich denke dieses ist nicht so leicht zu beantworten denn es kommt wie immer auch auf dem Geschmack des Fahrers an ob dieser ein zum untersteuerndes oder übersteuernedes Fahrverhalten mag !

Ich für meine Person kann sagen das ich dieses in der Stadard Version Anfang des Jahres getestet hatte und dieses Fahrverhalten nicht meinen wünschen entsprach..und wieder auf den Standard zurück gebaut habe.
Jetzt am Wochenende in Quakenbrück werde ich dieses erneut testen z.B. 20K in Standard Diff und 10K in dem Aktive Diff und dann sehen wie er sich Verhält.

Wenn man jetzt zu den unterschiedlichen Ölen auch nach weitere Hardware testen will... Grübel
Ich glaube man will ja auch noch Fahren und es gibt sicher noch ein Paar andere Parameter Dämpfer, Federn, Reifen, Sturz, Vorspur, Motor usw. welche am Fahrzeug getestet und abgestimmt werden muss...um dieses auf einer Strecke abzustimmen.

Irgend wann sollte man sehen das man sicher mehr lernt durch Training direkt auf der Strecke.

Gruss Andree
J.S.L.
quote:
Original von nordsich2112
Irgend wann sollte man sehen das man sicher mehr lernt durch Training direkt auf der Strecke.

Word!
Das sollte man sich immer wieder bewusst machen, sonst landet man schnell in der Bastel/Setup-Falle.
Danke für die Erinnerung.
svensaar30
na welches öl fährt mann denn am besten vorne im activdiff?
phil63
Hier auch mal meine Erfahrung zum Active Diff:

Nur Probleme mit der Verzahnung (Modul), Tellerrad rutscht beim Bremsen immer durch und beim Beschleunigen jault es wie sau. Habe das Ganze mit Bertram Kessler von SMI untersucht und er hat das Tellerrad mit zu XRAY genommen - bisher noch kein Erstaz da.

Alles in allem nicht sehr fein - also nicht verwendbar. Schade eigentlich denn vom Grundgedanken her is es schon fein angedacht und dazu noch bezahlbar. Mal sehn wann ich ein neues passendes Tellerrad bekomme wo es dann auch tut. Alternativ hab ich mir schon überlegt ein Diffgehäuse so anzupassen das es mit dem Standard Tellerrad passt - der Versuch es ohne Anpassung zu verwenden schlug fehl da das Difgehäuse vom Active Diff bischen breiter baut. Desweiteren ist das Tellerrad vom Active Diff mit einem höheren mittleren Absatz versehen - die Innenmaße passen also in der Kombi auch nicht.
phil63
quote:
Original von svensaar30
na welches öl fährt mann denn am besten vorne im activdiff?


Ich würde Dir empfehlen nicht zu hoch in der Viskosität zu gehen - in der Beschreibung wird ja 5.000er empfohlen.
nordsich2112
...hatte ich doch schon oben geschrieben..10K Grübel

und ich konnte nur Gutes berichten...werde mir für den LOSI auch das Smart Diff holen... Blue Idea

Gruss Andree