Marko70


Axial hat mit dem AX10 Scorpion einen überaus leistungsfähigen 2.2“ Rock Crawler im Programm. Mittlerweile gibt es diesen in drei Ausstattungsversionen, wobei vor allem die ARTR- und die Bausatzvariante schon im Serienzustand weitestgehend wettbewerbstauglich sind. In diesem Bericht soll aufgezeigt werden, wie man den AX10 dazu noch weiter verbessern kann. Viele Anregungen wurden einem Umbau entnommen, der auf der amerikanischen Crawler-Website von CKRC zu finden ist.
Basis für den hier beschriebenen Umbau ist die Bausatz-Version, er läßt sich aber natürlich auch mit der ARTR- und der RTR-Variante realisieren. Dazu sind eventuell zusätzliche Teile erforderlich.

1. Chassis
Am Chassis erfolgen zwei wesentliche Änderungen. Die unteren geraden Verbinder werden gegen die 30°-Verbinder (AX30445*) getauscht und innen an den TVPs montiert. Dazu erhält die serienmäßige Skidplate entsprechende Ausschnitte. Alternativ gibt es z. B. von STRC eine Delrin Skidplate, die bereits über diese Ausschnitte verfügt und dazu auch nochmals stabiler ist.

Die zweite Änderung betrifft die Montageposition der oberen Dreieckverbinder. Mittels längerer Verbindungsrohre (70 mm - AXA1322*) und einem 6 mm Distanzstück (AXA1306*) zwischen Y-Verbinder und Kugelkopf können sie an den TVPs deutlich weiter in Richtung Fahrzeugmitte montiert werden. Hierzu bedarf es neuer Bohrungen, die gemäß Abbildung angebracht werden. Die vorhandenen Distanzstücke entfallen bei der Montage. Resultat dieser Maßnahme ist ein deutlich reduzierter „Torque-Twist“.


2. Differentiale/Achsen/Lenkung
Die Differentiale werden im Hinblick auf die geplante Motorisierung mit den Heavy Duty Diff Lockern (AX30500) und dem Heavy Duty Zahnradsatz (AX30395) verstärkt.

Die Hinterachse des Bausatzes verfügt wie die Vorderachse über Lenkhebel und Antriebsknochen und ist somit für den Einbau einer Hinterachslenkung vorbereitet. Da diese Option nicht genutzt werden soll, werden die starren Antriebswellen (AX30421) und die Lock-outs (AX80020) verbaut, die am ARTR- und RTR-Modell serienmäßig zu finden sind. Dies erhöht im Außenbereich die Bodenfreiheit.



Die Servoplatte aus Aluminium wird durch eine kleine Platte aus 2 mm starkem Carbon ersetzt. Eine ähnliche Platte gibt es fix und fertig auch von Axial (AX30509). Die hier gezeigte ist im Eigenbau entstanden.

An der Vorderachse werden die Antriebsknochen durch CVD-Antriebswellen von MIP ersetzt (MIP-08100). Neben des besseren Rundlaufs tragen sie auch zu einem größeren Lenkwinkel bei. Da die MIP Wellen im Viererpack geliefert werden, kann man sie sich entweder mit einem weiteren AX10 Besitzer teilen oder auch auf die Axial Wellen (AX30464) ausweichen. Diese kommen paarweise verpackt.
Zur weiteren Optimierung des Lenkeinschlags werden die vorderen Befestigungslöcher der C-Hubs versenkt und mit Senkkopfschrauben versehen.


Die vordere Servoplatte entfällt ebenfalls und weicht einer breiteren Version aus 2 mm Carbon, die Platz für den Lenkservo und einen Akku bietet. Wer den Eigenbau vermeiden möchte, kann mittlerweile auf Produkte von verschiedenen Herstellern zurückgreifen, so u. a. von Axial und STRC.

Auch im Bereich der Vorderachse läßt sich noch etwas mehr Bodenfreiheit erreichen. Dazu werden die unteren Zylinderkopfschrauben, mit denen die Lenkhebel befestigt sind, durch flachere Linsenkopfschrauben ersetzt.

Das Lenkgestänge muß aufgrund der neuen Servoposition modifiziert werden. Bei der Akku-Servo-Platte von Axial sind die notwendigen Teile direkt enthalten. Hat man sich für eine andere Variante entschieden, wird ein Verbindungsrohr mit 20 mm Länge (AXA1312*) benötigt. Eine gekröpfte Kugelpfanne (aus dem Set AX80005) sorgt für halbwegs parallel laufende Gestänge und ein 2 mm Distanzstück (AXA1302*) für mehr Freigängigkeit im Bereich des Servoarms.

3. Stoßdämpfer
Laut Bauanleitung sollen die Anschlaggummis zwischen Federteller und Dämpfergehäuse montiert werden. Mit diesem Setup erhält man einen längeren Dämpfer für mehr Bodenfreiheit. Ein Nachteil hierbei sind u. a. die weiter nach unten zeigenden Antriebswellen des Mittelantriebs. Hier kommt es des öfteren zu Bodenkontakt, was im Extremfall zu einem Abspringen der Welle vom Gelenk führen kann. Durch die Montage der Anschlaggummis innerhalb des Dämpfergehäuses wird die Dämpferlänge und daraus resultierend die Fahrzeughöhe reduziert. In Verbindung mit den verlängerten Dreieckverbindern laufen die Antriebswellen nun in einem flacheren Winkel und sind etwas besser geschützt.
Befüllt sind die Dämpfer mit 200er Öl von Tamiya, was dem Baukastenöl qualitativ doch deutlich überlegen ist. Die Federn kommen in der weißen Version (soft - AX30214) zum Einsatz.
Zur Absenkung des Schwerpunkts sind die Dämpfer auf dem Kopf stehend montiert.

An den Achsen haben sie die Montageposition mit den Verbindern getauscht. Letztere wandern deutlich weiter nach innen. Erreicht wird dies durch die Verwendung von einem 2 mm und zwei 6 mm Distanzstücken je Seite. Dazu sind längere Schrauben im Maß 3 x 40 mm (z. B. von Tonys Screws) erforderlich.


4. Räder
Mit ein paar einfachen Modifikationen sind die Baukasten-Räder durchaus brauchbar. Zunächst werden die Felgen oder die Reifen mit je zwei Luftlöchern versehen. Dann erhalten die Reifeneinlagen den bekannten Sternschnitt und werden zusätzlich in der Breite beschnitten. Je nach Bedarf können die Felgen noch mit Gewichten beschwert werden.
Alternativ bietet u. a. Pro-Line eine Memory-Einlage an, bei der das Zuschneiden entfällt, außerdem eine Vielzahl an Reifenprofilen für jeden erdenklichen Untergrund.
5. Motor und Elektronik
Für den Antrieb hält der Markt eine große Auswahl an Brushed- und Brushless-Systemen oder Einzelkomponenten bereit. Daher ist die hier gezeigte Bestückung nur als Beispiel zu betrachten. Wer etwas ernsthafter in das Thema Crawlen einsteigen möchte, sollte bei der Auswahl des Reglers aber darauf achten, daß dieser eine Handbrems-Funktion besitzt (auch Drag Brake genannt). Allerdings läßt sich auch mit einem einfachen Tourenwagen- oder Truck-Regler in Verbindung mit einem 55-Turn Motor schon jede Menge Crawler-Spaß erleben.
Bei dem eingesetzten Motor und Regler handelt es sich um das Goat System von Novak (NV-3019). Dieses Set beinhaltet neben einem Regler, der sowohl die Verwendung von Brushed- als auch von Brushless-Motoren erlaubt, einen 18,5-Turn Brushless-Motor. Das sensorbasierte System bietet eine überaus feinfühlige Dosierbarkeit, die langsamstes Anfahren ohne jegliches Ruckeln erlaubt. So schön kann Langsamfahren sein.

Der Regler ist auf einer 1 mm starken Carbonplatte auf den vorderen Dreieckverbindern montiert.

Da auch der Akku, ein LiPo mit 2.700 mAh von Robitronic, nun auf der Vorderachse sitzt, kann die obere Elektronikplatte am Chassis komplett entfallen.

Dazu benötigt man allerdings eine neue Montageposition für den Empfänger. Ein möglicher Platz ist auf dem Getriebe. Mit einer kleinen 1 mm starken Carbonplatte, die mit einer Klammer aus einem Blechstreifen am Getriebe verschraubt wird, läßt sich relativ einfach eine Halterung herstellen. Der Empfänger kann nun mit Klebeband, oder wie in diesem Fall mit Klettband, befestigt werden.





6. Endergebnis
Nach dem erfolgten Umbau zeigt sich der AX10 von einer ganz neuen Seite. Die Kletterfähigkeit hat sich nochmals verbessert und vor allem der deutlich abgesenkte Schwerpunkt macht sich positiv bemerkbar. So ist es jetzt z. B. möglich, das Chassis (ohne Karosserie) auf der Seite liegend zu fahren, ohne daß es umkippt. Perfekt!
Viel Spaß beim Nachbauen.



* Die genannten Artikelnummern beziehen sich auf die grüne Farbausführung.
GEIL!!
Gut gemacht.
es gibt alles 2 mal auf der welt 

Wie lange hast Du dafür gebraucht? Ich nehme mal an, daß die selbstgedengelt sind ...